Mehr als ein Viertel der Deutschen ohne Ersparnisse

Nur in Rumänien war der Anteil der Befragten ohne Ersparnisse mit fast 35 Prozent höher als in Deutschland. Spitzenreiter ist Luxemburg, dort verfügen nur zwölf Prozent der Verbraucher über keine Rücklagen. Im europäischen Durchschnitt lag der Anteil der Haushalte ohne Ersparnisse bei knapp 25 Prozent. „Das weitverbreitete Bild der Sparnation Deutschland kann diese Studie wahrlich nicht bestätigen“, so Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Diba. „Es sollte zu denken geben, dass Deutschland trotz starkem Wirtschaftsaufschwung einen der höchsten Anteile von Verbrauchern ohne jegliche Rücklagen aufweist.“

Während die Unterschiede im Sparverhalten zwischen den einzelnen europäischen Ländern meist gering ausfielen, lasse der innerdeutsche Vergleich große Differenzen erkennen. In Hamburg und im Saarland leben die meisten Sparer – dort müssen weniger als 14 Prozent ohne Ersparnisse auskommen. In Thüringen liegt dieser Wert mit mehr als 44 Prozent mehr als dreimal so hoch.

Der Anteil der deutschen Verbraucher, der über Ersparnisse verfügt, legt überdurchschnittlich viel auf die hohe Kante. Unter denjenigen Befragten, die Angaben zur Höhe ihrer Ersparnisse machten, haben fast 49 Prozent der Deutschen mehr als 15.000 Euro gespart, was im europäischen Vergleich Platz vier bedeutet. Wenn die Ersparnisse in Relation zum Nettoeinkommen gesetzt werden, liegt Deutschland noch weiter vorne: Über die Hälfte der deutschen Sparer verfügt über ein Sparvermögen von vier oder mehr Nettogehältern, mehr als in jedem anderen europäischen Land.

Diese vergleichsweise hohen Ersparnisse dürften ein Grund dafür sein, dass die Deutschen die Höhe der eigenen Rücklagen eher positiv bewerten. Mehr als 40 Prozent der Befragten, inklusive derjenigen ohne Ersparnisse, sind „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ mit den eigenen Rücklagen. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich im vorderen Mittelfeld. Doch auch unter den Befragten ohne Rücklage ist mehr als ein Drittel mit der Höhe der eigenen Ersparnisse nicht unzufrieden. Womöglich sei auch die ökonomische Lage im Land ein Faktor für die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Situation: In Italien beispielsweise ist weniger als Viertel der Befragten zufrieden mit den eigenen Ersparnissen, obwohl der Anteil der Haushalte ohne Rücklagen geringer ist als in Deutschland.

Quelle: Pressemitteilung ING-Diba

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